Die Karawane zieht weiter

Heute ist es soweit, es geht zum nächsten Projekt. Nachdem Isaac endlich kommt können wir zur Talstation fahren, wo es mit dem Bus weitergeht. Ich musste gar nicht lange warten und schon kam der Bus, der nach Kampala fährt. Aber ich fahre nur die 2 Stunden bis Fort Portal mit.

ATU jetzt auch in Uganda?

Im Bus ist es wieder eng und deutlich zu heiß. Neben mir fängt ein Kind an zu kotzen, aber ich kann nur Tempos und Wasser anbieten. Da der Bus an jeder Ecke hält, dauert die Fahrt ziemlich lange. In Fort Portal erwartet mich dann Denis, mein neuer Projektpartner. Er ist mit seinem Motorrad gekommen, aber das passt gut mit meinem Gepäck. Wir sitzen ja nur zu zweit auf dem Bike. Nachdem wir durch die grünen, etwas nobleren Vororte gefahren sind, wo viele internationale Organisationen ihren Sitz haben, kommen wir in das etwas einfachere Viertel, wo ich die nächsten Wochen wohnen werde.

Mein neues zu Hause

Ich habe 2 Zimmer und ein Bad und da kein anderer Volunteer da ist, kann ich die Wohnung alleine benutzen. Denis musste relativ schnell weiter, da einer seiner Kollegen ein technisches Problem mit seinem Motorrad hatte. Ich nutze die Zeit und mache zuerst eine kleine Grundreinigung. Da es nur einen Reisigbesen gibt, versuche ich mir von der Nachbarin etwas zum Sauber machen zu leihen und setze dabei meine neuen Sprachkenntnisse ein: Im Gegensatz zu meinem vorherigen Einsatzort spricht man hier Lotorro, eine weitere Bantusprache. Doch die Nachbarin kommt etwas weiter aus dem Süden und spricht wieder eine andere Sprache. Hier kann man alle 50km eine neue Sprache lernen. Aber mit Englisch klappen die meisten einfachen Gespräche auch.

Sehen cool aus, sind aber ziemlich ungemütlich

Nachdem ich die Wohnung wieder betreten kann, ohne überall Abdrücke zu hinterlassen, kommt Denis zurück und setzt mich in der Stadt ab. Nachdem ich 2 Wochen in den sehr ruhigen Bergen verbracht habe, ist mir das städtische Treiben sehr unangenehm. Den dauernden Lärm von Autos und Menschen habe ich überhaupt nicht vermisst. Fort Portal ist ziemlich lebendig, da es sowas wie die Kreisstadt für die ganze Region ist. Nach einem kleinen Stadtrundgang lasse ich mich in einem Cafe nieder und gönne mir einen Cappuccino.

Kaffeetrinken in der Zivilisation

Da ich hier Selbstversorger bin, muss ich im Supermarkt einige Basisprodukte wie Klopapier, Küchenutensilien und einige Grundnahrungsmittel besorgen. Die Vollversorgung in den Bergen war doch sehr angenehm:-) Nachdem mich ein boda boda (Motorradtaxi) nach Hause gebracht hat, habe ich mich mit einem dürftigen Abendessen versorgt und danach eine Dusche genommen. Leider herrscht hier ein Wasserproblem und ich darf mit einer Eimerdusche vorlieb nehmen. In den Bergen war die Wassertemperatur und -stärke beim Duschen auch nicht optimal, aber im Vergleich hierzu Luxus.

Hochzeitsausstatter

Nach 3 Wochen in Uganda ist jetzt mein Datenvolumen von 10 GB aufgebraucht. Ich hätte gedacht, das reicht länger, aber wenn nie ein Wlan zur Verfügung steht, geht schon einiges an Daten durch den Schlauch des Providers. Daher schreibe ich den Blog erst mal offline und muss morgen eine Gelegenheit zum Aufladen finden.

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